Bauernkappe (Interpretation)

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MusterbuchEnns 35v.jpeg

Dies ist die Dokumentation eines Umsetzungsversuches einer Bauernkappe aus dem Musterbuch von Enns. Für weitere Details zur Vorlage schau in den dazu gehörigen Artikel namens Bauernkappe.


Als allererstes ließ ich mir meinen Kopf auf Papier abzeichnen. Anhand der erhaltenen Umrandung markierte ich nun die Wendepunkte am Hals und am Nacken. Im unteren, ersten Bild sind diese Punkte als rote X markiert. Auf der Linie zwischen diesen Punkten liegt der Punkt der die maximale Tiefe des seitlichen Einschnittes markiert, in welchen später der Keil eingesetzt wird. Laut Schnittzeichnung des Musterbuches teilt besagter Punkt die Linie im Verhältnis 1,2:1. (am Bild: y1=1,2 y2=1)

Da der von mir verwendete Stoff (übrigens ein gewalkter Strickstoff) nur ein Rest war, ergaben sich die Dimensionen der Spitzen vorn und hinten durch den zur Verfügung stehenden Stoff. Es hat sich dennoch bezahlt gemacht, den Schnitt möglichst diagonal zur Webrichtung aufzulegen, um die größtmögliche Dehnbarkeit des Stoffes nutzen zu können. Wegen der geringen Stoffmenge gibt es eine gravierende Änderung zur originalen Schnittzeichnung: die Einsätze am Kinn und am Schädel. So konnte ich den Umriss des Kopfes 1:1 weiterverwenden, ohne Zugaben wegen der 3Dimensionalität des Kopfes einplanen zu müssen. Die Einsätze kompensieren dies, beide sind ca. 5cm breit.

Eine weitere Änderung zum Original stellt der Keil dar. In der Schnittzeichnung der Ennser Gilde wird versucht, den Stoff optimal auszunutzen, und die Keile genau zwischen die Spitzen vorne und hinten zu legen. Legt man diesen Schnitt genau so auf doppelt gelegten Stoff auf, erhält man also vier Keile. Jeweils ein Halbkreis in den Einschnitten war bei meinen Versuchen aber zu viel, außerdem waren sie zu kurz, sie füllten den Einschnitt nicht ganz auf. Also ließ ich mir ein Stück Stoff als Keil abstecken, das Ergebnis sieht man im zweiten Bild oben. Der erhaltenen Keil hat eine völlig andere Form als die des Musterbuches (er könnte immer noch etwas schmäler sein und damit enger anliegen).